Montag, 25. Januar 2010

Cairo

Marhaba,
Das gibts doch gar nicht! Gestern noch im T-shirt bei den Pyramiden von Gizeh rumgekrabbelt und heute sitze ich schon wieder in Jerusalem am Schreibtisch und friere mir den Hintern ab!
Wie kam's? Letzten Donnerstag stiegen wir (18 Schafe unserer Studienjahrsherde unter Führung von Florian unserm Studienjahrsassistenten, der aufgrund seiner hervorragenden Connections zu Land und Leuten diese Reise hervorragend organisiert hat) in den Flieger, um gegen 23:00 die berühmten nervigen Zettel, die man bei der Einreise nach Ägypten immer auszufüllen hat, mit den wichtigsten Angaben zu Person und Reiseanlass zu bemalen (Immer in Großbuchstaben, damit die ägyptischen Beamten nicht so große Probleme beim Lesen haben).
In dem für unsere Verhätlnisse komfortabel eingerichteten Hotel am Stadtrand Cairos angekommen, gings gleich ab ins Bett, denn der nächste Tag sollte uns mit der ersten geballten Ladung Cairo würdig begrüßen. Auf dem Programm standen das koptische Viertel (die Kopten, eine aus Ägypten stammende christliche Bevölkerungsgruppe und Kirche zumwist orientalisch-orthodoxen Bekenntnisses) mit der Markus- und der Georgskathedrale, einer Synagoge und dem koptischen Museum (in dem u.a. Teile der Papyrus-Funde von Nag Hammadi, mit deren Hilfe man viele Erkenntnisse über die früh"christliche" Strömung, der Gnosis, gewinnen konnte, aber auch viele Exponate zur  Lebensweise und Frömmgikeitspraxis).


Als wir uns einigermaßen weitergebildet fühlten in Belangen der koptischen Kultur, widmeten wir uns der islamischen Kultur. Die große Alabstermoschee/Muhammad-Ali-Moschee, die ein Sultan des 19. Jh.'s in die Zitadelle von Kairo integrierte, war das erste Objekt unserer Begierde.

Dort erhielten wir gleich in den geheiligten Hallen der Moschee eine Einfürung/Wiederholung in islamischer Religion von Hischam, ein Freund/Bekannter von Florian und Resebürobesitzer, der hervorragend, weil er lange Zeit in Tübingen Ägyptologie studiert hat. Hischam, war gleichzeitig derjenige, der den Großteil unseres touristischen Programms in Kairo organisiert hatte.
Den dazugehörigen Vertiefungskurs unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen sunnitischen Strömung erhielten wir in der unweit davon gelegenen Sultan-Hussein- Moschee (für diesen Namen kann ich grad keine Gewähr geben (könnte auch Hassan gewesen sein, jedenfalls ein Sultan, der viel unbedeutendes für Cairo geleistet hatte, und sich deshalb bemüßigt fühlte, sich mit einer tollen Moschee ins Gedächtnis der Muslime Kairos einzugravieren)...ich brauch ein neues Gedächtnis!!!).
Durch die riesigen, staubigen und vollgestopften Staßen Kairos



fuhren wir zu dem Restaurant, dass uns mit einem reichlichen Buffet erwartete und von dessen Dach  aus man die durch eine Lichtshow in Szene gesetzeten Pyramiden Gizehs ankiecken konnte.
Samstag Vormittag: Ägyptisches Museum - der museumspädagogische Supergau, das Vorzeigebeispiel dafür, wie man ein Museum nicht einrichten sollte - vollgestopft bis unters Dach - ein Minimum an hilfreichen Erklärungen. Nichtsdestotrotz die beeindruckendste Sammlung von Exponaten über agyptische Kultur. Natürlich: jede Menge Statuen von Pharaonen und wichtigen Persönlichkeitenaus allen 26 Dynastien, aber für mich interessanter, unzählige Dinge aus dem Alltag der Ägypter. Spiel- und Werkzeug,, mumifizierte Krokodile, Musikinstrumente, Einrichtungsgegenstände, Schmuckstücke, Flip Flops - alles in einer beeindruckenden handwerklichen Meisterschaft, die man kaum für möglich hält, angesichts der Tatsache, dass der Krempel 5000 Jahre alt ist!!!


Am Nachmittag Abstecher nach Memphis, von dem heute kaum noch etwas zu sehen ist, außer einem Sphinx, ein paar alten Steinen und einer kolossalen Statue von Ramses II.


Zum Abschluss die erste Pyramide aus der Nähe: die Stufenpyramide in Sakkara.



Den Abend ließen wir mit einer Dampferfahrt auf dem Nil ausklingen,
mit Bauchtanz, Buffet, chinesischen Touris etc.

Am Sonntag: endlich die Pyramiden von Gizeh, die heute gleich am Stadtrand von Kairo liegen: die größte der drei Pyramiden, die Cheops- (ägyptisch: Khufu-), ist zugleich die älteste sie stammt aus dem 26. Jh. v. Chr. und ist 146 m hoch. Daneben die Chefren-Pyramide: ein wenig jünger und ein wenig kürzer mit 143 m .
Die dritte Pyramide (die sog, kleine bzw. Mykerinospyramide)  besichtigten wir nicht eigens, dafür aber einige Gräber im nahen Umfeld (die wir nur dank der Beziehungen von Dr. Achmed, ein weiterer Freund Florians besichtigen durften, sowie natürlich den Sphinx von Gizeh.


Bevor wir am späten Abend zurückflogen hatten wir noch kurz Gelegenhetit uns im islamischen Viertel der Altstadt umzuschauen.



So viel (eigentlich: so wenig...) mal zu Ägypten
Bis zum nächsten mal
bene

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