Heute haben wir Galiläa zu einem Großteil aus dem Busfenster heraus kennengelernt. Im wesentlichen gab es heute frei Stationen. Die erste war Bet Shearim (Haus der Pforten) eine große Katakombenanlage im Westen Galiläas in der u.a. Jehuda Ben Hanasi, der berühmte jüdische Gelehrte, der sich der jüdischen Nachwelt vor allem durch seine Kompilation der Mischna (Vorläufer des Talmuds) verdient gemacht, begraben liegt. Eine weiter dreiviertel Stunde Busfahrt entfernt, trafen wir in Caesarea Maritima ein, jener antiken Stadt, in der zur Zeit Jesu und des aufkommenden Christentums die politischen Machthaber Palästinas residierten (Herodes, Pilatus und Konsorten). Biblisch interessant, weil hier der Prozess gegen Paulus stattfand (vgl. Apg 23,23). Der Höhepunkt des heutigen Tages bildete aber zweifelsohne die Besteigung des Berges Tabor, der sowohl alttestamentlich ein Rolle in den Geschichtsbüchern spielt (vgl Ri 4), insbesondere aber auch neutestamentlich durch die berühmte Verklärungsszene (z.B. Mk 9) bis heute als ein bedeutender Ort der Christenheit verehrt wird. Nach einem etwas müßigen Aufstieg konnten wir einen sagenhaft schönen Sonnenuntergang im Schatten der Verklärungskirche des berühmten Architekten Barluzzi genießen. Der für mich krönende Abschluss war der Abstieg, bei dem man die wunderbare Landschaft Galiläas im dezenten Licht der Abenddämmerung schweigend genießen konnte.
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