Donnerstag, 1. Oktober 2009

Vronis Tränen

Am Dienstag war in der Dormitio große Feststimmung angesagt, denn Bruder Nikodemus wurde zum Diakon geweiht. Zu diesem Anlass wurde extra der Weihbischof von Fulda eingeflogen. Im Gottesdienst habe ich meine bisher längste Heiligen-Litanei erlebt. Bruder Josef hat sage und schreibe 20 Minuten alle möglichen Heiligen des Abend- und Morgenlandes vorgesungen.
Ja und gestern abend sind wir mit der versammelten Mannschaft ins Kino gegangen. Und zwar zu einer richtigen Premiere. Der zu präsentierende Film hieß "Unter Bauern" und läuft ab 8. Okt. in den deutschen Kinos. Es geht um eine deutsche Bauernfamilie, die die Jüdin Marga Spiegel (gespielt von Veronika Ferres) und ihre Tochter vor den Nazis verstecken. Der Film basiert auf den autobiographischen Aufzeichnungen von Marga Spiegel, die dann auch tatsächlich zur Premiere da war. Die alte Dame ist noch sehr rüstig, obwohl sie schon auf die Hundert zugeht.
Außer ihr waren noch da Anni (die Tochter der Bauernfamilie) und ihr Pendant im Film, der israelische Regisseur, Veronika Ferres und, und, und...
Nach dem Film haben alle wichtigen Leute noch etwas gesagt. Veronika Ferres ist bei ihrer kurzen Rede in Tränen ausgebrochen und hat erzählt, wie schlimm das alles war und dass sie nicht stolz sei, Deutsche zu sein. Wir haben dann alle im Nachhinein überlegt, ob Vroni tatsächlich so nah am Wasser gebaut ist oder ob sie ein Faible für theatralische Auftritte hat. Ich hab jedenfalls nicht kapiert, warum sie da losgeheult hat. Die Situation hat das m.E. nicht hergegeben.
Am Samstag ist die ganze Filmtruppe bei "Wetten, dass...", wo  der Film vorgestellt werden soll.


Mit Blick auf das morgen beginnende Sukkot-Fest habe sich einige wackere Handwerker daran gemacht und auf dem Dach des Beit Josef eine Sukka aufgebaut. Jüdischerseits wird mit dem Sukkot-Fest an die 40jährige Wanderung durch die Wüste und die daran gebundene Lebensform gedacht. Beim Bau der Sukka muss man eine ganze Menge Regeln einhalten, die man dem 23 Kap. im Buch Numeri bzw. der Mischna entnehmen kann (u.a. muss man durch das Dach noch den Sternenhimmel erkennen können). ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, ob das Benutzen von Schrauben und Kabelbindern ganz koscher ist, aber was der Rebbe nicht weiß, macht ihn nicht heiß ;-)
Bene




 

















 











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